T2

Leben und Alltag • 05.12.2006, 21:14 Uhr • Kommentare

Ich habe die Mus­te­rung hin­ter mir. Den Ablauf grob zusam­men­ge­fasst fin­det sich unter „weiterlesen“.

Letz­te­res zuerst. Meine Mus­te­rung fand, wie für wahr­schein­lich alle Köl­ner, im Kreis­wehr­er­satz­amt Köln in der Brüh­ler Straße 309 statt. Ein „wun­der­schö­nes“ Hoch­haus gegen­über vom Hee­res­amt. Bei google maps ganz gut zu erken­nen. Für die Anreise hab ich mir die Bus­li­nie 112 der KVB bis zur Hal­te­stelle „Zollstock/Südfriedhof“ gechar­tert. Ange­kom­men an eben die­ser Hal­te­stelle, wollte ich an einem Kiosk nach dem Weg fra­gen: In wel­che Rich­tung — , Gerade aus run­ter, dann irgend­wann rechte Seite Brüh­ler Straße, dann auf der lin­ken Seite. Der wurde nicht zum ers­ten mal gefragt.

Die Mus­te­rung sel­ber ist eine Wan­de­rung durch diverse War­te­zim­mer. Zuerst war­tet man, bis man auf­ge­ru­fen und befragt wird. So wird unter ande­rem aus gege­be­nen­falls dem Ver­wei­ge­rungs­wunsch, per­sön­li­chen Inter­es­sen oder der Reli­gi­ons­zu­ge­hö­rig­keit ein umfas­sen­der Daten­satz erstellt. Wei­ter geht’s in nächste War­te­zim­mer, wo man einen Zet­tel zum Dro­gen­kon­sum aus­füllt und bei Auf­ruf die­sen in ein Labor zur Urin­probe mit­nimmt. Hier fer­tig bekommt man eine Mappe mit einer Weg­be­schrei­bung zum nächs­ten War­te­zim­mer in die Hand gedrückt. Auf der Mappe ist neben der Weg­be­schrei­bung und dem Namen des behan­deln­den Arz­tes (in etwa) fol­gen­der Text abge­druckt: Für Rück­fra­gen zu Ihrer Unter­su­chung ver­su­chen Sie sich wenigs­tens (!) an das unten abge­bil­dete Bild ein­zu­prä­gen. Wie ist das denn bitte gemeint?

Bei Auf­ruf geht es in ein klei­nes Behand­lungs­zim­mer, wo dann gleich die so gefürch­tete Unter­su­chung statt­fin­det. Den, wie der Arzt es sagte unan­ge­neh­men Teil inklu­sive. Hus­ten! Hier bekommt man dann auch die resul­tie­rende Taug­lich­keits­stufe genannt, T2 bei mir. Soll hei­ßen ver­wen­dungs­fä­hig mit Ein­schrän­kun­gen. Bei mir fällt raus: Elek­tro­ni­sche Instand­set­zung 1, 2 und 5, Nach­schub­dienst 3 und der Ein­satz im Wach­ba­tail­lon. Die Gründe für die Ein­stu­fung zur T2 begrün­dete der behan­delnde Arzt mit mei­ner zu gerin­gen Größe — für T1 ist 1.80m vor­ge­schrie­ben — und feuchte Hand­flä­chen, was natür­lich die Untaug­lich­keit für Elek­tro­ni­sche Instand­set­zung begrün­den könnte. Ansons­ten ent­zieht sich die Aus­wahl jeg­li­chem Ver­ständ­nis meinerseits.

Hier fer­tig geht’s wie­der zurück in das erste War­te­zim­mer, bis man auf­ge­ru­fen wird und in einem Büro noch ein paar Unter­la­gen aus­ge­hän­digt und even­tu­elle Fra­gen beant­wor­tet bekommt. Zu den Unter­la­gen gehört auch ein Zet­tel über Daten­schutz, da ja eini­ges an Daten gesam­melt wurde.

Nach Ihrer Aner­ken­nung als Kriegs­dienst­ver­wei­ge­rer blei­ben die zu Ihrer Per­son in der Datei der aner­kann­ten Kriegs­dienst­ver­wei­ge­rer gemäß Para­graph 36 Abs. 5 des Zivil­dienst­ge­set­zes (ZDG) auch nach Been­di­gung des Zivil­dienst­ver­hält­nis­ses solange gespei­chert, wie dies ins­be­son­dere zur Erfül­lung der Dienst­pflicht und aus ver­sor­gungs­recht­li­chen Grün­den erfor­der­lich ist. Eine Löschung erfolgt spä­tes­tens bei Voll­en­dung Ihres 60. Lebensjahres.

Na, immer­hin.

Wie sich schon erschlie­ßen lässt, habe ich natür­lich den Dienst an der Waffe verweigert.

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Tags: , , | Der Artikel wurde am 05. Dezember 2006 gegen 21:14 Uhr von Felix Triller verfasst und unter „Leben und Alltag“ abgelegt. Sie können gerne einen Kommentar schreiben. Für einen Trackback benutzen Sie bitte diesen Link. Wenn Ihnen gefällt, was Sie hier lesen, abonnieren Sie doch meinen RSS-Feed.
 
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